Spielbericht 1. Herren Relegationshinspiel

Longericher SC - TV Aldekerk 26:21

Longerich reist mit fünf Toren Vorsprung nach Aldekerk

Einen atemberaubenden Abend erlebten die LSC-Handballer am Samstagabend und besiegten vor euphorischer Kulisse die Gäste, Niederrheinmeister TV Aldekerk mit 26:21.

Spannung lag in der Luft, der Showdown der Saison lag an, hochmotivierte Sportler und eine ausverkaufte Halle sorgten für knisternde Atmosphäre. Die Begegnung begann mit einem Paukenschalg: Christoph Krosch sah nach etwas mehr als einer Minute Rot, nachdem er Gegenspieler Greven, der nach „schneller Mitte“ anrauschte, unsanft gestoppt hatte.

Die Vorbereitungen auf das Spiel waren somit über den Haufen geworfen, neben dem verletzten Hartmann fehlte mit Krosch fortan eine weitere tragende Säule im Longericher Spiel. Nach kurzem Schütteln und der Umstellung (Born von Rückraum Mitte an den Kreis, Einwechslung Wolf) zeigte man sich auf Seiten des LSC unbeeindruckt und ging mit 5:2 in Führung.

Im Anschluss schloss man mehrmals unkonzentriert ab und lud den Gegner ein, in Führung zu gehen. Zu dem Zeitpunkt hatten die Referees bereits mehrfach im Mittelpunkt gestanden, sie machten insgesamt keinen sicheren Eindruck, ahndeten die Fouls im Gesamten betrachtet nicht gleichmäßig.

Der in der Phase starke Christopher Wolf (3 der ersten 7 LSC Tore) und der vom 7m-Punkt treffsichere Benjamin Richter (insgesamt alle 4 7m verwandelt) hielten den LSC auf Kurs, man verwandelte den Rückstand wieder in einen knappen Vorspung, gewann defensiv zunehmend an Stabilität, so konnte man über 8:7 durch Mestrum zum 10:8 in Führung gehen.

Es war weiterhin ausgeglichen, Aldekerk präsentierte sich als starker Gegner und ließ sich keineswegs abschütteln. Mit einem Heber kurz vor dem Halbzeit-Gong machte Jimmy Hoffmann die knappe Führung zum 13:12 perfekt, es war eine emotionale und hartumkämpfte Hälfte, in der bei Aldekerk der Mittelmann Hüller mit starken Stemmschüssen hervorstach.

Bis zum 17:15 war die Begegnung völlig offen, nun lief Valle Inzenhofer im LSC-Tor heiß, insgesamt standen 15 Paraden für den sympathischen LSC-Keeper. 3 Treffer in Folge nach hervorragend ausgespielten Angriffen brachten den LSC mit 20:15 in Front, die Mannschaft hatte mit ihrer tollen Vorstellung nun auch den letzten Zuschauer mitgerissen, die Unterstützung von den Rängen war aufstiegsreif.

Es war die beste Phase der Longericher, die weiter am Ergebnis schaubten, Aldekerk keine Entfaltung mehr gaben und offensiv stark agierten. Vor allem Wolf und Richter zeigten sich von ihrer besten Seit und waren äußerst torgefährlich. Das 24:17 war der folgerichtige und harterarbeitete Zwischenstand, nachdem auch TVA-Kreisläufer Mumme mit roter Karter des Feldes verwiesen wurde nach einem überharten Einsteigen.

In der Folge musste man dem hohen Aufwand ein wenig Tribut zollen, Jens Warncke sah Rot (dritte 2min-Strafe), zwei schöne Einzelleistungen von Born und Richter brachten gar noch die 26:18-Führung, schließlich gingen die letzten 3 Treffer jedoch auf das Aldekerker Konto zum Endergebnis von 26:21.

Stimmen zum Spiel:

LSC-Trainer Chris Stark: „Alles in allem war es ein toller Abend mit einem intensiven Spiel, es war hart umkämpft. In der zweiten Hälfte waren wir die deutlich bessere Mannschaft und der herausgeworfene Vorsprung ist verdient. 5 Tore Vorsprung sind eine Wucht, ein gutes Polster, dennoch ist erst die Hälfte der 120 Spielminuten passé und es wäre ein großer Fehler, sich gemütlich zurückzulehnen. Die Gegentore am Ende sind ein Warnschuss für uns, wir wissen, dass Aldekerk mit ihren Schnellangriffen in kurzer Zeit eine hohe Toranzahl erreichen kann. Wir sind zufrieden mit dem Erreichten, ich bin stolz auf meine Mannschaft, die heute alles gegeben hat und sich wieder als echte Einheit präsentiert hat. Besonders Born, Richter und Wolf zeigten eine überragende Begegnung. Wir freuen uns auf das Rückspiel, auch in Aldekerk spielen wir voll auf Sieg. Vorsprung verwalten oder ähnliches kommt für uns nicht in Frage.“

TVA-Trainer Achim Schürmann: „Glückwunsch an meinen Trainerkollegen und den Longericher SC, der Longericher Sieg geht in Ordnung, wir haben in der zweiten Hälfte nicht mehr unseren Handball gespielt, nicht mehr zu unserem Spiel gefunden. Daher geht das Ergebnis in Ornung.“

LSC-Spieler Dennis Mestrum: „Wir haben absolut fokussiert agiert und uns auch durch den anfänglichen Paukenschlag der roten Karte nicht lange beirren lassen. Wir konnten aus einer stabilen Abwehr heraus, insbesondere im aufgebauten Angriff die richtigen Konzepte finden und uns vor der mal wieder wahnsinnigen Kulisse erneut als absolute Einheit präsentieren. Dennoch denke ich, dass wir durchaus noch Luft nach oben haben. Wir werden das Spiel in der kommenden Woche aufarbeiten und dann erneut top vorbereitet den Weg nach Aldekerk antreten, wo uns mit Sicherheit eine erneute Hexenkessel-Atmosphäre erwarten wird. Insbesondere die Erfahrung aus dem letzten Jahr hat uns gezeigt, dass auch ein 5 Tore Vorsprung in solchen Spielen ohne weiteres aufzuholen ist. Der derzeitige Stand ist lediglich ein Halbzeitstand und dessen sind wir uns bewusst. Wir fahren nächste Woche selbstbewusst nach Aldekerk um dort auch die zweite Halbzeit zu gewinnen.

LSC-Kapitän Jens Warncke: „26 Spieltage haben wir auf diese beiden Spiele hingearbeitet. Dass die Investitionen nicht umsonst gewesen sind, hat man gestern eindrucksvoll vernehmen können. Eine atemberaubende Kulisse, die für Gänsehaut-Momente gesorgt hat. Insbesondere in der zweiten Halbzeit ist der Funke auf die Zuschauer übergesprungen und die „rote Wand“ hat uns super unterstützt und nach vorne gepeitscht. Begonnen hat das Spiel aber mit einem Nackenschlag. So früh eine rote Karte zu erhalten, ist natürlich bitter und stellt die komplette Mannschaft vor eine große Herausforderung. Aber letztendlich sind wir als Team sehr souverän mit dem Ausfall und der neuen Situation umgegangen. Die gesetzte Marschroute wurde weiter verfolgt größtenteils umgesetzt, wohl wissend, dass wir sowohl in der Defensive als auch im Angriffsspiel noch Potential haben. Dies war dann auch das Ziel für die zweite Halbzeit. Hier kam uns insbesondere das gute Zusammenspiel von Abwehr und Torhüter zugute und letztendlich einen verdienten Sieg einfahren. Dass die Karten kommende Woche komplett neu gemischt werden, ist jedem aus der Mannschaft klar. Daher werden wir uns unter der Woche akribisch auf das Rückspiel vorbereiten und hoffen am Samstag abermals auf die lautstarke Unterstützung der mitreisenden Fans.

Longerich: Richter 10/4, Wolf 7, Born 3, Mestrum 3, Wagener 2, Peters 1, Hoffmann 1, Warncke, Wirths, Bröxkes, Neuhaus, Krosch, Tor Inzenhofer, Burggraf

Aldekerk: Hüller 5, Greven 4, Kempmann 3, Dickel 3, Kleinelützum 2/2, Mumme 1, Jentjens 1, Culm 1, Wallrath

Strafminuten: 12/6
Disqualifikation: Krosch (grobes Foulspiel), Warncke (dritte Zeitstrafe) – Mumme (grobes Foulspiel)

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